Betroffen sind auch Swiss-Mitarbeitende mit bestimmten Staatsangehörigkeiten, die nun nicht mehr nach Tel Aviv fliegen dürfen, selbst wenn sie einen Schweizer Pass besitzen. Der Grund ist ein vereitelter Anschlag auf einen Flydubai-Flug.
Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss bestätigte am Donnerstag auf Anfrage Medienberichte der Online-Portale "20Minuten" und "Aerotelegraph", wonach sie von den verschärften Einreisebestimmungen Israels betroffen sei. Die israelischen Behörden hätten der Swiss mitgeteilt, dass Crewmitglieder mit bestimmten Staatsangehörigkeiten nicht mehr auf Flügen nach Israel eingesetzt werden dürften, schrieb Mediensprecherin Silvia Exer-Kuhn.
Diese Anweisung gelte umfassend für Pilotinnen und Piloten sowie für das Kabinenpersonal der Airline. Auch andere Airlines müssen demnach ihre Einsatzplanung anpassen. Die neue Regelung erstrecke sich auf Staatsangehörige von insgesamt 29 Ländern weltweit. Ein Crewmitglied, das neben dem Schweizer Pass auch die Staatsangehörigkeit eines dieser Länder besitze, dürfe demnach nicht mehr auf einem Flug nach Tel Aviv eingesetzt werden.
Die Swiss machte keine konkreten Angaben zur genauen Anzahl der betroffenen Mitarbeitenden oder deren spezifischen Nationalitäten. Sie sprach jedoch von einem "sehr kleinen Teil" ihrer fliegenden Belegschaft, der von dieser Massnahme betroffen sei.
Die Swiss kenne grundsätzlich die Nationalitäten ihrer fliegenden Mitarbeitenden und habe die gesamten Crews umgehend über die neuen Vorgaben informiert. Die Regelung betreffe lediglich einen sehr kleinen Anteil der insgesamt über 1400 Pilotinnen und Piloten sowie über 4700 Cabin Crew Members der Swiss. Die betroffenen Mitarbeitenden würden auf dem gesamten weiteren Streckennetz der Airline eingesetzt, wodurch es zu keinen personellen Mängeln komme, so die Swiss. Swiss unterhält derzeit zwei tägliche Flugverbindungen nach Tel Aviv.Die israelische Botschaft in Bern lehnte auf Anfrage von Keystone-SDA eine Stellungnahme zu den "Sicherheitsmassnahmen und -protokollen" ab.
Auslöser für die Vorgaben Israels war ein gravierender Vorfall auf einem Flydubai-Flug Ende September. Damals soll ein aus dem Oman stammender Kopilot den Kapitän attackiert und versucht haben, das Flugzeug auf den Flughafen Tel Aviv stürzen zu lassen. Nach israelischen Vorgaben hätte er aufgrund seiner Staatsangehörigkeit gar nicht auf dem Flug eingesetzt werden dürfen.