Eigner sucht Turbulenzen bei CBS News zu glätten; Chefredakteurin Bari Weiss soll zusätzliche Aufgaben erhalten.
David Ellison hat in seiner Eigenschaft als Miteigner und CEO von Paramount die prominente TV-Journalistin Lesley Stahl angerufen und der Korrespondentin bei «60 Minutes» versprochen, die redaktionelle Unabhängigkeit des Nachrichtenmagazins zu respektieren. Das Gespräch wurde bereits am Sonntag geführt und zeigt, dass Ellison persönlich eingreift, um die Unruhe bei dem Nachrichtensender aufgrund der Entlassung der Führungsebene und prominenter Journalisten wie Scott Pelley zu glätten. Pelley hatte vergangene Woche intern und dann in einem Gespräch mit der «New York Times» der Chefredakteurin Bari Weiss Inkompetenz und politische Einflussnahme in Beiträge zugunsten der Trump-Regierung vorgeworfen.
Stahl informierte das Team der Nachrichtensendung über das Gespräch mit Ellison, als sie am Montag in der Redaktion in Midtown Manhattan einen Champagner-Toast veranstaltete, um die Moral der Belegschaft zu stärken. Sie und die von zuvor sieben Korrespondenten noch verbleibenden Star-Reporter Bill Whitaker und Jon Wertheim hatten nach den Entlassungen lange gerungen, ob sie bleiben sollten. In einem Brief an das Team am Freitag kamen sie jedoch zu dem Schluss, dass sie der Sendung treu bleiben müssten, da sie nicht wollten, dass «60 Minutes» untergeht (Link).
Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Paramount-Chefetage trotz Gerüchten um deren Unzufriedenheit mit Weiss sehr wohl von deren Leistung überzeugt sei. Sie soll nach der angelaufenen Fusion von Paramount/Skydance mit Warner Bros. Discovery auch die redaktionelle Leitung der Nachrichten bei CNN übernehmen. Allerdings soll Weiss dann ein erfahrener Profi auf der Geschäftsseite der gesamten Nachrichtensparte an die Seite gestellt werden. Paramount führt anscheinend bereits Gespräche mit möglichen Kandidaten für diese Position.
Laut «Axios» erwarten Insider, dass US-Bundesbehörden der Fusion zustimmen. Generalstaatsanwälte demokratisch geführter Gliedstaaten prüfen oder leiten jedoch Klagen zur Blockierung des Deals ein (Link).