Der «Israel Children’s Fund» unterstützt rund 600 Nachkommen von Terror-Opfern.
Die Terrorattacken der Hamas vor drei Jahren warfen die Existenz hunderter Kinder und junger Erwachsener in Israel in Schrecken und Chaos, als ihre Eltern brutal ermordet oder entführt worden sind. Nachkommen wurden dabei selbst verletzt oder gezwungen, die Tötung von Angehörigen mit zu erleben. Andere erfuhren aus der Ferne davon.
Die Nachwirkungen bleiben häufig überwältigend, auch wenn Kindern ein lebendes Elternteil oder nahe Verwandte geblieben sind. Viele Waisenkinder aus den am stärksten betroffenen Kibbuzim sind immer noch nicht dorthin zurück gekehrt – oder können eine Heimkehr nicht über sich bringen. Und oft bleiben viele Bedürfnisse – finanzieller, psychologischer, sozialer und pädagogischer Art – unerfüllt.
Hier will der vor dem 7. Oktober in der Investmentbranche tätige Modi Kidon helfen, der nach den Attacken den «Israel Children’s Fund» (ICF) gegründet hat, auf Hebräisch als Atufim B’Ahava («In Liebe gehüllt»). Die Stiftung unterstützt 573 Waisen vom 7. Oktober. Darunter solche, die bei der Ermordung ihrer Väter noch nicht geboren worden waren, aber auch 30-Jährige. Etwa zwei Drittel sind minderjährig; 15 Prozent von ihnen stammen aus Geiselfamilien. Drei Viertel verloren ihren Vater und acht Prozent verloren beide Elternteile. Die meisten von ihnen stammen aus Südisrael, vor allem aus den Grenzgemeinden zum Gazastreifen, aber auch 17 Prozent aus Beduinen-Gemeinden.
Kidon hatte Investments des Kibbuz Be’eri verwaltet und sprach kurz nach dem Überfall dortige Kontakte an. Ergebnis war die Gründung eines Hilfsfonds für Waisen in Be’eri, den Kidon bald auf Betroffene der gesamten Grenzregion zum Gazastreifen ausdehnte. Wenig später spannte Kidon mit einer gleichgerichteten Gruppe von Chemi Peres zusammen, einem Unternehmer und Sohn des ex-Präsidenten Shimon Peres, gründete ICF. Die Gründer sprachen erfolgreich Geschäftsleute, private Philanthropen, Familienstiftungen und jüdischen Gemeinden im Ausland an.
ICF schuf zudem klare Richtlinien und vermeidet etwa Überschneidungen mit der Arbeit der «IDF Widows and Orphans Organization», die Kinder gefallener Soldaten, Polizisten und Sicherheitskräfte unterstützt. Die Organisation will bis 2053 aktiv bleiben und stellt derzeit «drei Arten von Hilfs-Paketen» bereit: a) zur Deckung des unmittelbaren Rehabilitationsbedarfs, Bereitstellung von Mitteln für psychische Gesundheitsversorgung, Resilienz- und Genesungsprogramme; b) ein «Opportunity-Paket» für Schule und Bildung; sowie c) Hilfen bei «Lebenszyklus-Meilensteine» wie Geschenke für Geburtstage und religiöse Feiertage Bar- und Bat-Mizwa, Hochzeiten, Schulabschlüsse, erste Kinder, Hilfe beim Kauf eines ersten Autos.
Bisher hat der ICF nach eigenen Angaben etwa 15 Millionen NIS (4,88 Millionen Dollar) verteilt (Link).