USA – Justiz 10. Jun 2026

Bankman-Fried bittet um Begnadigung durch Trump

Sam Bankman-Fried im Jahr 2021.

Das einzige Crypto-Tycoon wurde 2024 wegen Betrugs zu 25 Jahren Haft verurteilt.  

Laut der Website des US-Justizministeriums hat Sam Bankman-Fried in den letzten Wochen offiziell bei Präsident Donald Trump um eine Begnadigung ersucht. Der inzwischen 34-Jährige war Mitbegründer der Krypto-Börse FTX und wurde 2024 wegen Betrugs in Milliardenhöhe zu einer 25-jährigen Haftstrafe verurteilt. Sein beim Justizministerium eingereichter Antrag zielt auf eine «Begnadigung nach Verbüssung der Haftstrafe» ab.

Eine solche Begnadigung würde Bankman-Frieds Verurteilung nicht aufheben, sondern – nach Verbüssung der Haftstrafe – bestimmte Bürgerrechte wiederherstellen, wie etwa das Wahlrecht oder die Eignung für einen Geschworenendienst. Zudem würde sie Hindernisse bei der Erteilung von Berufslizenzen sowie bei der Job- und Wohnungssuche oder dem Zugang zu Bildung beseitigen.

Als CEO von FTX war Bankman-Fried ein wichtiger Wahlspender für Demokraten. Während seiner Haft in einem Bundesgefängnis sprach er der Trump-Regierung jedoch auf sozialen Medien Unterstützung aus. Anfang Woche erklärte er gegenüber «Fox Business», er wolle «unbedingt» eine Begnadigung durch den Präsidenten.

Ein Regierungsprecher lehnte eine Stellungnahme gegenüber CNN ab, verwies jedoch auf eine Äusserung Trumps vom Januar, wonach er Bankman-Fried nicht begnadigen werde.

Bankman-Fried galt einst als Wunderkind der Krypto-Szene; sein Unternehmen FTX wurde zu Spitzenzeiten mit 32 Milliarden Dollar bewertet. Sein Imperium begann jedoch 2022 zu bröckeln, als FTX nach massiven Netto-Abzügen in Milliardenhöhe Insolvenz anmeldete – ein Vorgang, der in der Krypto-Branche Panik auslöste. Die Staatsanwaltschaft warf Bankman-Fried vor, heimlich Kundengelder in Milliardenhöhe von FTX an seinen Krypto-Hedgefonds Alameda Research umgeleitet zu haben. Dort wurden die Mittel unter anderem für riskante Investitionen, politische Spenden und Immobilienkäufe verwendet.

Bankman-Fried wurde in mehreren Anklagepunkten wegen Betrugs und Verschwörung verurteilt, darunter Überweisungsbetrug, Wertpapierbetrug und Verschwörung zur Geldwäsche. Der Richter Lewis Kaplan erklärte bei der Verkündung des Urteils im Jahr 2024, es bestehe die Gefahr, «dass dieser Mann in der Lage sein wird, in Zukunft etwas sehr Schlimmes zu tun – und das ist kein zu vernachlässigendes Risiko» (Link).
 

Andreas Mink