Israel 12. Okt 2026

Antike Wasserleitung in Jerusalem freigelegt

Eine Aufnahme der Ausgrabungen im Süden Jerusalems.

Israelische Archäologen haben im Süden Jerusalems einen 300 Meter langen Abschnitt des antiken Unteren Aquädukts freigelegt.   

Die Ausgrabungen der israelischen Altertumsbehörde erfolgten südlich des Kibbuz Ramat Rachel vor dem Bau eines neuen Stadtviertels. Der Fund wurde am Sonntag bekanntgegeben.
Die Wasserleitung entstand vermutlich während der Herrschaft der Hasmonäer im zweiten oder ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Sie führte Quellwasser aus der Region Gusch Etzion über die sogenannten Teiche Salomos südlich von Bethlehem nach Jerusalem und zum Tempelberg. Damit deckte sie den wachsenden Bedarf der Stadt, deren Bevölkerung an jüdischen Feiertagen durch die zahlreichen Pilger stark zunahm.
Die Anlage kam ohne Pumpen aus: Ihre Erbauer passten den Verlauf dem hügeligen Gelände an und nutzten ein geringes Gefälle, das über weite Strecken lediglich einen Meter pro Kilometer betrug.
Über die Jahrhunderte wurde das Aquädukt wiederholt instandgesetzt und bis ins frühe 20. Jahrhundert zeitweise genutzt. Während der osmanischen Herrschaft wurden Tonrohre in den ursprünglichen Kanal eingebaut. Die zahlreichen Umbauten erschweren heute die genaue Datierung.
Der freigelegte Abschnitt soll erhalten und als Promenade mit archäologischem Park in das neue Viertel integriert werden. Laut Grabungsleiter Benyamin Storchan wird damit erstmals ein derart langer Abschnitt dauerhaft öffentlich zugänglich.
 

Redaktion