Chur 12. Jun 2026

Wie Migration die Alpen prägte

Die Sonderausstellung «Addio – Willkommen – A revair. Migrationsgeschichten aus dem Grandhotel Alpen» im Rätischen Museum in Chur widmet sich den Menschen, die den Alpentourismus mit aufgebaut haben. Anhand von sechs Biografien zeigt sie, wie eng Migration und Tourismus seit mehr als 150 Jahren miteinander verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen Lebensgeschichten aus Graubünden, Vorarlberg und Südtirol: ein Bauarbeiter aus dem Nonstal, ein Koch aus Siena, eine Serviertochter aus dem Kanton Zürich, eine jüdische Fotografin aus Ungarn, ein Skipionier am Arlberg sowie ein Bademeisterehepaar aus Meran. Sie alle verliessen ihre Heimat, um im aufstrebenden Tourismus neue Chancen zu suchen. Die Ausstellung erzählt von Aufbruch, Arbeit und Neuanfang, aber auch von Entbehrungen und historischen Umbrüchen. Gleichzeitig macht sie deutlich, wie die Mobilität von Arbeitskräften den Alpenraum prägte und zur Entwicklung einer ganzen Tourismusregion beitrug. So entsteht ein ungewöhnlicher Blick auf die Geschichte der Alpen, aus der Perspektive jener Menschen, die sie mitgestaltet haben.
Bis Sonntag, 27. September, Rätisches Museum, Hofstrasse 1, Chur.
www.raetischesmuseum.gr.ch

Emily Langloh