Die deutsche Schauspielerin Iris Berben ist mit dem Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 ausgezeichnet worden. Der Deutsche Kulturrat würdigte damit ihr jahrzehntelanges Engagement gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Die undotierte Auszeichnung wurde Berben in der Staatsbibliothek zu Berlin überreicht. Zu den Gästen gehörte auch der israelische Botschafter in Deutschland Ron Prosor. Die Laudatio hielt der deutsch-israelische Pianist Igor Levit, der den Abend auch musikalisch begleitete. Er würdigte insbesondere Berbens Haltung nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023. Sie habe nicht geschwiegen, als viele andere still geblieben seien. Jüdisches Leben in Deutschland sei keine Selbstverständlichkeit, betonte Levit. Es brauche Menschen, die sich dafür einsetzten, auch wenn sie selbst nicht betroffen seien. Berben engagiert sich seit Jahrzehnten für die Erinnerung an die Schoah und gegen Antisemitismus. Einen wichtigen Anstoss dafür gab nach eigenen Angaben eine Reise nach Israel im Jahr 1968, die ihr Verhältnis zum Land nachhaltig prägte. Seither unterstützt sie zahlreiche Initiativen und Projekte für jüdisches Leben und für Erinnerungskultur. Nach dem 7. Oktober 2023 positionierte sie sich wiederholt öffentlich gegen Judenhass und für Solidarität mit Israel. In ihrer Dankesrede warnte die 76-Jährige vor zunehmendem Antisemitismus und einer Verrohung der gesellschaftlichen Debatte. Engagement bedeute für sie, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen. Der Deutsche Kulturpolitikpreis wird seit 2021 an Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderer Weise für kulturpolitische Themen einsetzen.
Iris Berben
09. Okt 2026
Engagement
Emily Langloh