Der amerikanische Schauspieler und Podcaster Jonah Platt fordert Prominente auf, ihre Solidarität mit jüdischen Menschen nicht nur hinter verschlossenen Türen zu zeigen. Im Gespräch mit der Jewish Telegraphic Agency kritisiert er, dass zahlreiche Künstler und Persönlichkeiten seine Sendung «Being Jewish with Jonah Platt» zwar lobten, eine Einladung aber ablehnten. Sie fürchteten Anfeindungen, Drohungen oder berufliche Nachteile, wenn sie sich öffentlich zu ihrer jüdischen Identität oder gegen Antisemitismus äusserten. Für Platt reicht private Unterstützung nicht aus. Gerade in einer Zeit zunehmender Judenfeindlichkeit müssten jüdische Stimmen im öffentlichen Raum hörbar bleiben. Er sieht darin auch eine Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen, die erleben sollen, dass jüdische Identität kein Grund ist, sich zu verstecken. Seinen Podcast gründete er im Oktober 2024, um jüdischen und nicht jüdischen Gästen einen geschützten Rahmen für persönliche Gespräche über Identität und Erfahrungen zu bieten. Zu seinen Gästen gehörten bereits Cindy Crawford, Jason Alexander und Mayim Bialik. Mit rund 229 000 Instagram-Followern erreicht Platt ein breites Publikum. Nach seinen Angaben berichten Gäste überwiegend von positiven Reaktionen. Der Broadway-Moderator Seth Rudetsky etwa erhielt nach seinem Auftritt zahlreiche Dankesbotschaften. Die frühere Redenschreiberin des Weissen Hauses Sarah Hurwitz verzeichnete danach deutlich höhere Buchverkäufe. Auch der israelische Aktivist Hen Mazzig wirbt dafür, jüdische Geschichten sichtbar zu machen. Beide sehen öffentlich gelebte jüdische Identität als Antwort auf Angst und Ausgrenzung.
Jonah Platt
23. Okt 2026
Haltung
Emily Langloh