Epstein-Affäre 08. Okt 2026

«Whistleblower» zu Howard Lutnick beging Selbstmord

Der Verstorbene hat auf  Verbindungen von Howard Lutnick (Bild) zu Epstein aufmerksam gemacht. 

Simon Andriesz hat den US-Handelsminister vor dem Kongress belastet.  

Wie zuerst in einem britischen Finanz-Medium berichtet (Link), ist Simon Andriesz am 23. September 57-jährig in Cornwall durch Selbstmord verstorben. Details dazu wurden anhin nicht bekannt. Der britische Wall-Street-Banker hat Ermittler im US-Kongress Anfang Jahr auf Verbindungen von Howard Lutnick zu Jeffrey Epstein aufmerksam gemacht, die angeblich deutlich intensiver waren, als von dem Handelsminister der Trump-Regierung behauptet.

Andriesz war für Lutnick in dessen Finanz-Firma Cantor Fitzgerald tätig und machte das US-Repräsentantenhaus im Februar auf eine E-Mail-Kette aus dem Jahr 2018 aufmerksam, in der Lutnick und Epstein über beider Investitionen in Adfin diskutierten, ein Unternehmen für digitale Werbung. Andriesz hatte die vom Justizministerium veröffentlichten Millionen von Epstein-Dateien nach «HWL» durchsuchte, den Initialen von Lutnick. Er wusste, dass Lutnick und andere Führungskräfte die Initialen in E-Mails nutzten.

Die E-Mail-Kette und anderes Material in den Epstein-Akten widersprechen Lutnicks Behauptungen über seine Beziehung zu Epstein. Lutnick hatte 2025 in einem Podcast der «New York Post» behauptet, dass er Epstein 2005 zum ersten Mal getroffen habe, nachdem er und seine Frau in ein Haus nahe der Residenz Epsteins an der Upper Eastside Manhattans gezogen waren, sagte aber, er habe den Kontakt bald wieder abgebrochen.

Aus der E-Mail-Kette geht jedoch hervor, dass Lutnick und Epstein bis mindestens 2018 freundschaftlichen Kontakt pflegten, ein Jahrzehnt nachdem sich Epstein 2008 der Prostitution von Minderjährigen schuldig bekannt hatte. Während einer Kongress-Anhörung im Mai hatte Lutnick behauptet, er habe erst aus den Epstein-Akten des Justizministeriums erfahren, dass Epstein ein Investor bei Adfin sei.

Andriesz hatte im Sommer gegenüber der BBC behauptet, er habe das FBI bereits 2020/21 auf von Lutnick verschwiegene Geschäftsbeziehungen zu Epstein hingewiesen. Die Bundespolizei hat die Vorwürfe anscheinend nicht untersucht (Link).

Andreas Mink