Wie gelangen Kulturgüter in westliche Museumssammlungen, und wem gehören sie rechtmässig? Diesen Fragen widmet sich der niederländische Künstler Casper Faassen in seiner Ausstellung «ReCollection». Im Mittelpunkt stehen die Herkunft von Kunstwerken, umstrittene Besitzverhältnisse und die Rückgabe geraubter Kulturgüter. Ausgehend von der Kolonialgeschichte seiner Heimat beleuchtet Faassen auch die Rolle der Schweiz im internationalen Kunsthandel. Dabei greift er unter anderem die Geschichte von Gemälden auf, die während des Zweiten Weltkriegs jüdischen Familien geraubt wurden, sowie den Fall eines gestohlenen Modigliani, der in einem Genfer Zollfreilager verborgen war. Auch geschmuggelte Antiquitäten und die umstrittenen Parthenon-Skulpturen gehören zu den behandelten Themen. In seiner charakteristischen Bildsprache verbindet Faassen fotografische und malerische Elemente zu vielschichtigen Kompositionen. Die dargestellten Objekte wirken zugleich greifbar und entrückt. Präsentiert werden die Arbeiten in Transportkisten, die auf den weltweiten Handel und die Verlagerung von Kulturgütern verweisen. Für Faassen endet die Auseinandersetzung mit historischem Unrecht nicht mit der Rückgabe eines Objekts. Vielmehr versteht er Restitution als Ausgangspunkt für weitere Fragen nach Verantwortung und Erinnerung.
Bis Samstag, 21. November, Bildhalle Zürich, Stauffacherquai 56, Zürich. www.bildhalle.ch
Zürich
30. Okt 2026
Erinnerung und Raubkunst
Emily Langloh