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TUNESIEN

Kulturminister will Welterbe-Status der Unesco für Djerba

16. Mai 2017
Ort ist Stätte der jährlichen Pilgerfahrt zur Ghriba-Synagoge.

Tunesien will für die Halbinsel Djerba den Welterbe-Status der Unesco beantragen. Das gab Kulturminister Mohamed Zine El-Abidine am Sonntag bekannt, an dem die traditionellen Pilgerfahrt von Lag Baomer zur Synagoge La Ghriba stattfand. Der Minister liess allerdings nichts darüber verlauten, wann sein Land das Gesuch einreichen wolle. Hingegen betonte er, mit dem Begehren würde das reiche religiöse Erbe der Insel beleuchtet werden. Auf Djerba finden sich Jahrhunderte alte Moscheen, Kirchen und Synagogen. Die aus dem Jahr 586 v.Chr. stammende Ghriba-Synagoge gilt als das älteste jüdische Gotteshaus in Afrika. An der diesjährigen Pilgerzeremonie nahmen rund 3000, von einem riesigen Sicherheitsaufgebot bewachte Personen teil. Vor einigen Wochen hatte das anti-Terrorismusbüro Israels eine ernsthafte Reisewarnung veröffentlicht und seine Staatsbürger dringend aufgefordert, nicht nach Djerba zu reisen. Im Jahr 2002 hatten Terroristen einen Lastwagen bei de Synagoge in die Luft gejagt, wobei 21 Personen ums Leben kamen. Vor dem Anschlag kamen oft bis zu 8000 Pilger zur Zeremonie von Lag Baomer nach Djerba. – Heute leben in Tunesien noch rund 1500 Juden. TA





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