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TEL AVIV

Genügend Beweise, um Netanyahu anzuklagen?

13. November 2017
Die Staatsanwaltschaft hat bezüglich des Inhalts der Anklage noch nicht entschieden.
Premierminister Netanyahu steht im Verdacht, Geschenke im Wert von mehreren hunderttausend Schekeln von wohlhabenden Geschäftsleuten angenommen zu haben.

Kreise in der israelischen Polizei glauben, genügend Beweise gesammelt zu haben, um Premierminister Netanyahu wegen der Annahme von Geschenken im Wert von mehreren hunderttausend Schekeln von wohlhabenden Geschäftsleuten der Bestechung anzuklagen. Das berichtete am Wochenende der TV-Kanal 10 in seinen Nachrichtensendungen. Im Rahmen des so genannten «Fall 1000» stehen das Ehepaar Binyamin und Sara Netanyahu im Verdacht, über eine längere Zeitperiode hinweg von Einzelpersonen, einschliesslich dem Hollywood-Produzenten Arnon Milchan grosse Mengen an Zigarren, Schmuck und alkoholische Getränke angefordert und auch erhalten zu haben. Laut Kanal 10 haben die Staatsanwälte aber noch über eine Anklageerhebung in dem Fall entschieden. Polizei und Staatsanwaltschaft scheinen im Punkt der Anklage nicht gleicher Meinung zu sein. – Am Donnerstag ist der Premier in diesem Fall zum fünften Mal verhört worden. Dieses Mal dauerte die Runde der Befragung vier Stunden. Als pikanter Nebenpunkt sickerte letzte Woche durch, dass Ron Dermer, der israelischen Botschafter in den USA, von der Polizei zum Vorwurf befragt worden ist, dass er den seinerzeitigen US-Aussenminister John Kerry im Namen Netanyahus ersucht habe, die Erteilung eines US-Visums für Milchan voranzutreiben. [TA]





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