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IAP-CHEF SORGT FÜR AUFSEHEN

«Die Linke hat vergessen, was es heisst, jüdisch zu sein»

15. November 2017
Avi Gabbay liebt kontoverse Bemerkungen.
Avi Gabbay

«Die Linke hat vegessen, was es heisst, jüdisch zu sein». Mit dieser vor allem in linken Kreisen Israels nicht unumstrittenen Bemerkung setzte Avi Gabbay, der neue Chef der «Zionistischen Union», am Montag vor Parteiaktivisten an der Ben-Gurion-Universitäts des Negevs in Beerschewa seine offensichtliche Vorliebe für kontroverse Stellungsnahmen fort. Gabbay erinnerte daran, dass Premierminister Netanyahu im Oktober 1997 die gleiche Verlautbarung dem inzwischen verstorbenen kabbalistischen Rabbiner Itzhak Kadourie ins Ohr geflüstert hatte, wobei die Szene, die anschliessend für eine Aufruhr gesorgt hatte, von einer Kamera aufgenommen worden ist. Zehava Gal-On, die Führerin der links-liberalen Meretz-Partei, reagierte auf Gabbays Worte  mit der Bemerkung, nur Gabbay, aber nicht die Linke habe vergessen, was es heisst, jüdisch zu sein. «Es gibt keinen Widerspruch zwischen Judentum und und liberalen Werten, und nicht jeder Jude ist gewillt, sich der charedischen (ultra-orthodoxen) oder religiös-zionistischen Version des Judentums zu beugen», schrieb Gal-On auf Twitter. Die Linke, die Gbbays Partei gegründet hatte, wusste das einst. – Avi Gabbay überraschte die Leute an dem Anlass in Beerschewa auch, als er sagte, sollte die Zukunftspartei von Yair Lapid bei Wahlen mehr Mandate als die Zionistische Union erhalten, sei er bereit, unter Lapid zu dienen, um sicherzustellen, dass sich eine Koalition bilden lasse, die nicht vom Likud geführt werde. [TA]





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