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PARIS

Anklage gegen Jean-Marie Le Pen

16. Februar 2017
Gründer des Front National der Hetze zum Hass beschuldigt.

Jean-Marie Le Pen, 88, der Gründer der rechtsextremen französischen Partei Le Front National, ist beschuldigt worden, 2014 mit antisemitischen Verlautbarungen zum Hass aufgehetzt zu haben. Sein Anwalt Frederic Joachim meinte, Le Pens Kommentare seien beim Redigieren geschnitten und deshalb falsch interpretiert worden. In einem Video auf der Partei-Website sagte Le Pen im Juni 2014, das nächste Mal werde man ihn in einen Ofen werfen, als er nach der Kritik des französisch-jüdischen Sängers Patrick Bruel befragt wurde. In dem Video attackierte Le Pen eine Anzahl von Kritikern der Partei. Le Pen, der dem Vernehmen nach in der Vergangenheit schon ähnliche Wortspiele benutzt hatte, hat eine Geschichte von Verurteilungen für die «Hetze zum rassistischen Hass» und zur Holocaustleugnung. Einst beschrieb er die Gaskammern in Nazi-Todeslagern als ein «historisches Detail». Seine Tochter Marine Le Pen steht zur Zeit der Partei vor und bewirbt sich um die französische Präsidentschaft. Sie versucht, vom Zentrum Unterstützung zu erhalten, indem sie sich und ihre anti-Immigrationspartei von der antisemitischen Rhetorik ihres Vaters distanziert. Im Mai 2015 wurde Jean-Marie Le Pen wegen seiner Holocaustleugnung und antisemitischen Reden von der Partei suspendiert und später ausgeschlossen. Im November befand ein Gericht jedoch, die Partei müsse ihm gestatten, den Titel eines Ehrenpräsidenten des Front National zu tragen. Inzwischen hat Jean-Marie Le Pen seine Tochter enterbt. [TA]





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