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TEVA

Aktien auf 15-Jahrestief

9. Oktober 2017
Konkurrenz darf generische Version des Teva-Spitzenreiters Copaxone verkaufen.

Die Aktien des seit Monaten unter Druck stehenden Teva-Konzerns erfuhren am Sonntagmorgen in Tel Aviv bei Eröffnung des Börsenhandels einen echten Sturzflug von 14 Prozent auf ein 15-Jahrestief. Grund war die letztwöchige Bewiligung einer generischen Version des «Paradepferdes» Copaxone durch die US Food and Drug Administation (FDA) zu Gunsten des Konkurrenten Mylan. Dessen Aktien stiegen raketenhaft um 19,5 Prozent auf diese Nachricht. Copaxone, das Mittel von Teva gegen multiple Sklerose, generierte letztes Jahr einen Umsatz von über vier Milliarden Dollar. Die neuen generische Konkurrez kommt für Teva in einem Moment des Kampfes mit riesigen Schulden, Preisdruck gegen sein US-Geschäft mit generischen Medikamenten und einem Führungsvakuum. Ebenfalls letzte Woche erteilten europäische Regulatoren grünes Licht für eine generische Version aus dem Hause Alvogen. Die Auswirkungen der zwei Copaxone-Lancierungen auf die Profitergebnisse vierten Quartals für Teva könnten sich nach ersten Schätzungen der Firma in einer Reduktion von mindestens 25 US-Cents pro Aktie niederschlagen, oder insgesamt rund 250 Millionen Dollar. Der erste Schlag für Teva kam, als die FDA das Gesuch von Mylan sowohl für die 20- als auch für die 40-Milligramm-Version des generischen Copaxone guthiess. Die 40-Milligramm-Version machte im zweiten Quartal über 85 Prozent der Copaxone-Rezepte aus. Mylan hatte sein erstes Gesuch für eine Version von Copaxone bereits 2009 eingereicht. Auch Sandoz (Novartis) verkauft bereits eine generische 20-Milligramm-Version des Copaxone und ist derzeit mit einer 40-Milligramm-Version beschäftigt. [TA]





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